Bitcoin wieder über 7000$

Nachdem der Hard-Fork Segwit2x abgesagt wurde und viele schlechte Nachrichten über Bitcoin in der Community zirkulierten wurde zunächst viel Kapital in Richtung Bitcoin Cash geschaufelt der explosionsartig von knapp über 400$ (1.11.2017 )auf über 1.800$ (12.11.2017) sprang.
Bitcoin selbst fiel unter 6000$ und viele Anleger kauften in diesem Dip wieder ein. Bitcoin Cash konnte die Marke nicht halten und liegt zur Zeit gerade bei rund 1.200$, von einer Wachablöse auf Platz 1 ist man hier also noch weit entfernt. Das Gegenteil ist der Fall denn in den letzten drei Tagen konnte Bitcoin wieder den Boden gut machen und rangiert zur Zeit bei 7.300$ (15.11.2017). Die Zeit wird zeigen wohin die Reise geht und ob vielleicht doch Segwit2x noch zu einem späteren Zeitpunkt wieder Thema wird. Inzwischen gibt es nach wie vor die, die Bitcoin zum Himmel loben und eine Wahnsinnsrally vor uns sehen und die, die den Bitcoin als Blase abtun und in zum gefühlten 100. mal für tot erklären. Fakt ist jedenfalls das nicht nur mehr Krypto-Nerds Bitcoins halten, sondern auch normale Menschen sowie, man hören und Staune auch immer mehr Banken und Großinvestoren auf den Zug aufspringen.
Ein weiterer Faktor ist sicher auch das Lightning update, aber dazu in einem späteren Artikel mehr.

https://coinmarketcap.com/#USD

Blockchain Technologie in Kanada

Das Problem ist ja inzwischen jedem bekannt. Die eigenen Daten sind auf mehreren Server zentral gespeichert und man selbst ha nur wenig Zugriff darauf bzw. kann die Löschung oft erst Jahre später beantragen wenn überhaupt. Zudem ist die Identifizierung zb. mit Iris-Scan oder Fingerabdruck immer mit hohen Kosten verbunden für die verwendete Technologie.
Kanada nimmt hier eine Vorreiterrolle ein und nutzt die Blockchain Technologie zur Identifizierung von Personen. Diesmal geht es also nicht um Bitcoins oder sonstige Zahlungsmittel sondern um die dahinter liegende Technologie die in dem Fall einen wahren Nutzen für die Gesellschaft und auch für die Wirtschaft und Sicherheit eines Staates hat.
Es werden Kosten gespart und die Effizienz erhöht sowie die Privatsphäre der kanadischen Bevölkerung in hohem Maße gewahrt und in ihre Eigenverantwortung übertragen. Das System erlaubt es die eigenen Daten auf der Blockchain zu speichern und über das Smartphone abzurufen bzw. den Private Key zu teilen womit zb. eine Behörde dann alle relevanten Daten lesen kann ohne sie speichern zu müssen oder zu können. Es wird also kurz ein Einblick gewährt um sicher zu stellen um welche Person es sich handelt zb. bei der Meldung des Wohnsitzes oder ähnlichen behördlichen Wegen. Ein großer Vorteil ist dass die Daten nicht mehr zentral gespeichert werde und somit für Hacker es keinen Server mehr gibt mit Millionen von Daten den es sich zu hacken lohnen würde. Zudem entfallen die Kosten für ein Sicherheitssystem und die Verwaltung für diese Server.
Das System soll mit 2018 in Kanada an den Start.
Wir können also mal wieder gespannt über den „großen Teich“ schauen und mitverfolgen wie die Blockchain Technologie mehr und mehr in der Gesellschaft ankommt.

 

https://diacc.ca/

Doch kein Segwit2x für Bitcoin

Wie am 08.11.2017 durch verschiedene Plattformen berichtet wurde kommt es Mitte November nun zu doch keinem Segwit2x Hard Fork bei Bitcoin. Wie in einem Artikel hier bereits erwähnt ist dieser Hard Fork in der Szene und auch unter den Minern heftig diskutiert und die anfängliche Mehrheit für den Hard Fork schwand zunehmend desto näher dieser rückte. Das Ziel wäre gewesen die Größe der Blocks, bei Block 494.784, von 1MB auf 2MB zu vergrößern um die Transaktions Kapazität bei Bitcoin zu erhöhen. Der CEO Mike Belshe, seines Zeichens co-founder von dem Bitcoin Wallet Provider „BitGo“ hat dazu Stellung bezogen und Segwit2x offiziell auf Eis gelegt. Unterfertigt wurde die E-Mail zudem von den CEOs der Unternehmen die Anfangs für Segwit2x gestimmt hatten.

Frei Übersetzte Textpassage aus der E-Mail:
„Unglücklicherweise haben wir zur Zeit nicht genügend Rückhalt gefunden für ein sauberes upgrade. Einfach weiter zu machen mit dem Plan würde die Szene spalten und das Zulasten des Wachstums von Bitcoin. Das war nie das Ziel von Segwit2x.“

„Bis dahin werden wir von dem Plan absehen ein Upgrade auf 2MB durchzuführen.“

In diesem Sinne bleibt abzuwarten was die Zukunft bringt und ob die Community ein Upgrade, und wenn, in welcher Form fordern wird.

Was ist ein ICO?

Ein „ICO“, Kurzform für „Coin Initial Offering“, ist eine Form von „Crowdfunding“ für ein Projekt in der Kryptowelt. Oftmals steht die Idee („Whitepaper“) im Vordergrund inklusive einer Website und Vermarktung auf sozialen Medien und Foren. Das Team stellt sich da in der Regel den Fragen der Community und potentiellen Investoren, gibt Infos über den Beginn, Verlauf und Ende des „Token Sale“.
„Token Sale“ ist in ein Zeitfenster eingebettet indem man in ein „ICO“ investieren kann, man erwirbt die Token/Coins noch bevor sie „öffentlich“ über eine Exchange gehandelt werden können. Meist wird hier ein „niedriger“ Preis geboten um auch einen Anreiz zu schaffen.
„Bitcoin“ und „Ethereum“ bilden hier die zwei Währungen die bei den meisten „ICOs“ akzeptiert werden. Einige wenige akzeptieren auch FIAT, also Euro, Dollar.

„ICOs“ sind aktuell, November 2017, nicht reguliert durch irgendeine Aufsichtsbehörde sowie das bei Aktien der Fall ist. Andeutungen dazu gibt es immer wieder jedoch noch nichts konkretes.

Worauf bei ICOs zu achten ist findet Ihr im Beitrag „Do your own research“

Links die helfen sollen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Initial_Coin_Offering

https://tokenmarket.net/ico-calendar

 

Do your own research!

Do your own research!
Zu Deutsch: Informiere dich!

Diesen Ausspruch liest man sehr oft unter diversen Facebook Postings oder in den Foren der Kryptowelt. Dass ist natürlich nicht böse gemeint, sondern ein gut gemeinter Rat und nicht mit Faulheit eines Users zu verwechseln.

Es wäre natürlich sehr einfach eine Seite aufzurufen oder eine Frage in eine Runde zu schmeißen und dann die Antworten mit den meisten Übereinstimmungen heranzuziehen und auf dieser Basis dann sein Investment zu starten. Ja, es ist verführerisch wenn von einem Coin die Rede ist und scheinbar alle begeistert sind. Da dauert es meist nicht lange und man sieht sich den Coin schon kaufen. Und genau da liegt die Gefahr und der gut gemeinte Rat: Informiere dich selber! Und höre weniger auf das was andere sagen oder glauben.
Gerade in der Kryptowelt ist so manches nicht ganz durchschaubar, jedenfalls auf den ersten Blick. Vor allem in Hinblick auf „ICOs“ (siehe Artikel Was ist ein ICO?). Sogennante „Inital Coin Offerings“ wird mal schnell investiert ohne wirklich genau zu wissen worum es geht. Da kann es dann sein das man sein Geld los ist und man auf einen „Scam“ hereingefallen ist.

Auf was soll man nun achten?

Das Whitepaper lesen!
Dieses bietet schon viele Infos bezgl. des Vorhabens und man kann sich ein Bild machen inwiefern das auch realistisch ist und ob die Welt das brauchen kann oder es „nur“ der 100. „Coin“ zum bezahlen ist. Denn dafür gibt es schon genug wie zb „Bitcoin“, „Dash“, „Monero“ oder andere.
Zudem auf die „Advisor“ (Berater) achten die immer angeführt werden. Also wer berät das Team des ICOs.
Wer sitzt eigentlich im Team?
Kennt man die schon, sind das Neulinge?
Und was auch sehr interessant ist, ist die „Roadmap“. Die Auskunft gibt über die schon erreichten Ziele und die nächsten Schritte.

Was gibt es auf „Facebook“ dazu?

Was wird in Foren darüber geredet?

Funktioniert der Support?

Wird der „Coin“ auf einer Exchange (zb Bittrex, Bitfinex, etc.)gelistet sein?

Hat man selbst einen Nutzen, ein Interesse an dem „Coin“, außer das rein finanzielle Interesse?

Natürlich gilt hier auch nie alles auf eine Karte setzen, also nicht seine kompletten Ersparnisse einsetzen sondern immer einen Betrag wählen der einem nicht weh tun würde wenn er weg wäre oder es ein paar Jahre dauert bis sich der „Coin“ entwickelt.
Für alle die sich jetzt Fragen: „Aber lohnt es sich nur 50€ zu investieren?“
Schaut doch mal die Entwicklung von ein paar „Coins“ oder sogar dem „Bitcoin“ ganz in Ruhe an.

Nehmt euch die Zeit und informiert euch ausgiebig, ob es nun um ICOs geht oder um schon gelistete Altcoins oder die neuesten Gerüchte zum Bitcoin.
Niemand außer ihr selbst seid Herr/Frau über euer Geld, dass ist ja das Schöne an der Kryptowelt.

Jede/r ist selbstverantwortlich!

Bitcoin Hard Fork

Bitcoin Cash im August 2017,
Bitcoin Gold im Oktober 2017,
Segwit2x Mitte November 2017 zu erwarten.

Soweit so gut, aber bitte wozu das Ganze?
Eine Hard Fork nach der Anderen.
Viele Krypto-Fans/Nerds/Einsteiger sind genervt, verwirrt, oder sogar verängstigt.

Bei einem Hard Fork passiert nichts anderes als das aus der vorhandenen Blockchain beim erreichen eines speziellen Blocks eine zweite Blockchain entsteht die dann quasi parallel dazu läuft. Ich möchte hier nicht zu sehr in technische Details gehen, aber im großen und Ganzen passiert genau das.

Die Hard Fork Orgie von Bitcoin hat mehrere Aspekte als auf den ersten Blick sichtbar.

Einerseits steht natürlich die technische Sicht im Rampenlicht. Kurz umrissen, von 1MB großen Blöcken Bitcoin auf 8MB große Blöcke (Bitcoin Cash, BCH) und von 1MB auf 2MB große Blöcke beim bevorstehenden Segwit2x (B2X). Und was ist mit Bitcoin Gold (BTG)?, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Bei BTG ging es weniger um die MB der Blöcke, die ist bei 1MB geblieben, sondern es ging darum das BTG auf einem anderen PoW Algorythmus basiert, nämlich auf Equihash womit man dann GPU Mining betreiben kann. Inklusive mehrere anderer Eigenschaften die das mit sich bringen. Wie gesagt zu sehr technisch ins Detail will ich hier nicht gehen. So viel einmal zum offensichtlichen Teil.

Neben der Technik, spielt natürlich auch Marketing eine große Rolle bei der Sache. Durch dauernde Hard Forks, ob alle notwenig sind sei dahingestellt, ist auf jeden Fall sicher gestellt von den Massenmedien Aufmerksamkeit zu bekommen sowie Tagesthema Nummer Eins zu sein bei jedem Krypto-Stammtisch rund um den Globus. Dazu kommen wilde Spekulationen über den Kursverlauf des „Original“ Bitcoin. Nicht zu verachten ist natürlich auch der Umstand dass jede/r der/die BTC im Moment des Hard Forks gehalten hat, BCH oder BTG bekommen hat, im Verhältnis 1:1. Auch dieser Umstand führte dazu dass wir den BTC aktuell (07.11.2017) um die 7000$ hoch sehen.

Weiters stiehlt BTC den anderen die Show. Alle sind verblendet und kaufen, weil sie Extra Money wollen. Die Altcoins (Alternative Coins) ala Ethereum, LiteCoin, NEO,…befinden sich seit etwa einem Monat im Minus bzw stehen auf der Stelle. Ausnahme bestätigen hier bekanntlich die Regel. Viele hoffe und/oder glauben das die Altcoins nach dem Segwit2x Hard Fork endlich wieder steigen werden und freuen sich über günstige Einstiegskurse. Die Zukunft wird es zeigen.

Bei BTG und BCH kann man einen Sinn erkennen und auch die Notwendigkeit. Bei Segwit2x, jedenfalls spätestens da, spaltet sich die Szene gewaltig. Pro und Contra, viele technische Artikel, Foren in denen Diskussionen geführt werden.

Zu Beachten ist immer, auch hier in der Kryptowelt, Cui bono?, oder, wer profitiert von dem Ganzen?

Vielleicht interessante Link zur Info:

https://bitcoingold.org/

https://www.bitcoincash.org/

https://bitcoin.org/de/

https://segwit2x.github.io/segwit2x-announce.html

https://coinmarketcap.com/

 

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist eine dezentrale, deflationäre Währung die Online mit FIAT (Euro, Dollar, Britische Pfund, Yen, etc.) gekauft werden kann und mit der man Zahlungen tätigen kann ohne eine Bank oder eine andere 3. Partei zu benötigen. Er basiert auf der Blockchain-Technologie und führt Überweisungen durch ist also ein reines Zahlungsmittel. Für die Transaktionen fallen geringere Gebühren an als wenn man eine „normale“ Konto zu Konto Überweisung durchführen würde und sie ist auch schneller. Statt 1-3 Tage in der EU dauert eine Bitcoin-Überweisung, weltweit, je nach dem wie viel man an Gebühren an die Miner abliefert zwischen 10 Minuten und ein paar Stunden. Jede Überweisung muß natürlich validiert werden, dass übernehmen die Miner, die dafür im Gegenzug eine kleine Belohnung erhalten, also die Gebühr. Jede/r kann selbst einstellen wie viel er bereit ist für die Transaktion an Gebühren zu zahlen. Ohne Gebühr dauert es sicher mehrere Stunden, mit einer Standard Gebühr zwischen 10 und 30 Minuten. Die meisten Plattformen mit einem Bitcoin Wallet führen die Gebühr extra an, sodass sie auch von einem selbst verändert und eingesehen werden kann.
Zudem ist Bitcoin die aktuell prominenteste und damit auch teuerste Kryptowährung der Welt.
Von den Einen hoch gelobt und unterstützt von den Anderen schon 100mal todgesagt und als Blase bezeichnet. Hier empfiehlt es sich einmal mehr sich selbst eine Meinung zu dem Thema zu machen. Der Kurs von Bitcoin ist die letzten Jahre stark gestiegen und er kommt immer mehr in der Gesellschaft an. Vorhersagbar ist der Kurs für niemanden, so viel steht fest. Jedoch sind die Bitcoins begrenzt, deswegen auch deflationär, auf 21 Millionen BTC. Und es wird nichts zentral gespeichert so wie das bei einer Bank oder der Börse üblich wäre.

Das Thema Bitcoin ist Riesengroß so dass der Artikel hier nur einen ersten allgemeinen Überblick verschaffen soll.

Links die helfen sollen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin

 

https://bitcoin.org/de/

 

https://www.bitcoin.com/

Blockchain-Revolution: Datenbanken ohne Chef

Quelle: Blockchain-Revolution: Datenbanken ohne Chef ALOIS PUMHÖSEL 3. November 2017 – derstandard.at/2000066914393/Blockchain-Revolution-Datenbanken-ohne-Chef

Bitcoin erreicht ungeahnte Höchstwerte. Das Potenzial der Technologie ist damit aber nicht gehoben Wien

Ein Rekordwert jagt den anderen: Bitcoin notiert derzeit bei über 7000 Euro, fünf Jahre zuvor waren es um die zehn Euro. Der Hype um das digitale Geldsystem brachte in diesem Zeitraum nicht nur Zuwächse von 50.000 Prozent, sondern auch viel Aufmerksamkeit in der konventionellen Wirtschaft, die ihre Werte noch übers Bankkonto verschiebt. Wurden Kryptowährungen, die günstigen, anonymen und äußerst schnellen Geldverkehr möglich machen, lange misstrauisch als Beförderer von Schwarzmarkt und Cyberkriminalität gesehen, steht mittlerweile das Potenzial der Technologie im Vordergrund. Dieses geht weit über Währungssysteme wie Bitcoin und Konsorten hinaus. Die Anwendungsmöglichkeiten der dieser Währung zugrunde liegenden Blockchain-Technologie setzen der Fantasie wenig Grenzen. Sie könnte die Verwaltung der Energiesysteme oder ganzer staatlicher Bereiche revolutionieren. Sie könnte Finanzmärkte weitgehend automatisieren. Sie könnte zum Kommunikationsmittel in einem Internet der Dinge werden. Bis das digitale Wundermittel derartige Aufgaben übernehmen kann, müssen noch viele Forschungsfragen geklärt werden. An der Wirtschaftsuniversität Wien wurde mit finanzieller Unterstützung des Wissenschaftsministeriums gerade ein neuer Forschungsschwerpunkt in Sachen Kryptoökonomie ins Leben gerufen, der die interdisziplinäre Forschung an Blockchains ermöglicht. In der Zukunft soll daraus ein eigenes Forschungsinstitut entstehen. Die Maßnahme ist Teil eines Neun-Punkte-Plans, mit dem das Ministerium unter dem Stichwort Blockchain Austria die Technologie fördern will. Fälschungssichere Kettenglieder Blockchains sind im Grunde dezentral organisierte Datenbanken, die jeder Teilnehmer einsehen und erweitern kann. Jede Erweiterung, jeder neue Block in der Kette an Eintragungen ist aber mit kryptografischen Mitteln unveränderlich und fälschungssicher festgeschrieben. Es gibt keinen zentralen Server wie bei bisherigen Datenbanksystemen, sondern jeder Teilnehmer verfügt über alle Daten und aktualisiert die Datenbank über ein sogenanntes Peer-to-Peer-Netzwerk. „Blockchains kombinieren bekannte kryptografische Algorithmen mit einem spieltheoretischen Argument, sodass trotz der extrem verteilten Datenhaltung am Ende doch ein konsistenter Zustand herauskommt“, fasst Alfred Taudes, WU-Professor und Leiter des Forschungsschwerpunkts zusammen. Der spieltheoretische Aspekt besteht darin, dass ein Anreiz geschaffen wird, der es zum Interesse der einzelnen Teilnehmer macht, dass das Gesamtsystem funktioniert. „Auf diese Art benötigt auch die ungeordnete Diskussionsrunde, in der die Transaktionen hin- und herschwirren, keinen Chef, keine zentrale Instanz“, veranschaulicht Taudes. Smarte Verträge Eine Blockchain kann offen sein und wie das Bitcoin-System jedem Nutzer zur Verfügung stehen. Geschlossene Systeme, die beispielsweise der Abrechnung innerhalb eines Konzerns, einer Lieferkette oder eines Energiesystems dienen, befähigen nur einen Kreis von identifizierten Teilnehmern zum Austausch. Jede Transaktion innerhalb einer Blockchain entspricht einem Vertrag. Diese können durchaus auch komplexer gestaltet und mit Optionen oder Wenn-dann-Befehlen versehen werden. Verbunden mit den Möglichkeiten des Internets der Dinge kann zum Beispiel Geld automatisch dann überwiesen werden, wenn eine Schiffsfracht laut GPS-Daten in einem Hafen einläuft und damit die Eigentumsübergabe stattfindet, nennt Taudes ein Beispiel. Als verbreitete Plattform für das Generieren und Verwalten von Blockchains hat sich Etherum etabliert, die eigens dafür entwickelte Programmiersprache für „smarte Verträge“ heißt Solidity. Effizientere Verwaltung Blockchain könnte die Zusammenarbeit von Unternehmen nachhaltig verändern. Eine Studie hat ergeben, dass in den Export von Blumen aus Kenia nach Europa 30 Akteure involviert und hunderte Kommunikationsvorgänge notwendig sind, erklärt Taudes. Den Effizienzgewinn, den eine dezentrale Datenbank, die immer den neuesten Stand der Dinge transparent und unverfälschbar wiedergibt, ist offensichtlich. An der Börse könnten Optionen und andere Finanzprodukte als smarte Verträge (Smart Contracts) abgebildet werden. Staatliche Datenbanken wie das Melderegister könnten in Blockchains verwaltet werden – Vernetzungsvorreiter Estland macht das bereits. In Schweden, Ghana und Georgien gibt es Projekte, das Grundbuch in Blockchains zu organisieren. E-Government könnte ganz neu gedacht werden. Die neue Organisationsform wirft vor allem auch juristische Fragestellungen auf, betont Taudes: Wie geht das Steuerrecht mit Bitcoin-Gewinnen um? Entsteht durch Smart Contracts ein rechtsgültiger Vertrag? Das Recht welchen Staates gilt, wenn die Datenbank global verteilt ist? Mittlerweile wird bereits in den neuen Internetwährungen Risikokapital für Unternehmungen gesammelt – wie wird man diesen Initital Coin Offerings (ICO) rechtlich habhaft? Justiz und Regulierung werden mit einer ganz neuen Klasse von Fragestellungen konfrontiert werden. Am Grazer Blockchain-Hub wird Wissen über die Blockchain-Technologie verbreitet, indem Szenetreffen organisiert und Unternehmen beraten werden. Gründer Thomas Zeinzinger verweist etwa auf die US-Supermarktkette Walmart, die ihre Produkte mittels Blockchain durch die ganze Lieferkette hindurch zurückverfolgbar machen will. Kunden könnten mit dem Smartphone dann vor dem Kühlregal checken, ob die Kühlkette bei einem Stück Fleisch eingehalten wurde. Elektroauto mit Geldbörse Die deutsche Initiative Share&Charge möchte die Abrechnung zwischen Elektroautofahrern und privaten Tankstellenbesitzern mittels Blockchain abwickeln. Künftig könnten gar autonome E-Autos mit eigener Geldbörse zum Stromtanken unterwegs sein. Wie wird also die Zukunft unseres Währungssystems aussehen? Wird Bitcoin den Siegeszug fortsetzen, oder wird die Blase platzen, wie manche Ökonomen prognostizieren? „Der jetzige Hype hat gewisse strukturelle Gemeinsamkeiten mit der Dotcom-Blase in den 1990ern“, sagt Taudes. „Beide wurden von neuen Basisinnovationen – damals war es das Hypertext-Übertragungsprotokoll http – angestoßen. Mit den neuen Möglichkeiten entstehen viele Fantasien, aber man überschätzt die kurzfristigen Möglichkeiten. Langfristig unterliegt das Wirtschaftssystem dennoch einer grundlegenden Transformation.

(Alois Pumhösel, 3.11.2017) – derstandard.at/2000066914393/Blockchain-Revolution-Datenbanken-ohne-Chef